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Networking durch Beziehungen, symbolisiert durch Spritze

Tipps zum Netzwerken: Vitamin Beziehungen

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Wie ein Netzwerk Sie auch beruflich fit macht


„Der hat ja bloß den Job bekommen, weil er den Chef kennt!“ „Und die bekommen doch nur die Baugenehmigung, weil da jemand von denen bei der Stadt sitzt!“
Wir alle kennen solche Situationen und Sprüche dieser Art, wenn jemand durch sein Netzwerk einen beruflichen Vorteil erfährt. Nicht selten gehen diese Aussagen mit einem kleinen Fünkchen Neid einher.

Dabei lautet doch die eigentliche Frage: Kann man Anderen vorwerfen dass sie Netzwerken und ihre Beziehungen sinnvoll nutzen? Und wie schaffen Sie es selbst ein gutes berufliches Netzwerk aufzubauen und mit Networking ihre berufliche Zukunft zu steuern?

Lesezeit: 5 Minuten

 

Networking, Vitamin B oder Soziales Kapital

Soviel ist klar: Es geht beim Netzwerken um Beziehungen zwischen Personen. Wir kennen jemanden und der kennt jemanden und der wiederum kennt auch jemanden der uns bei unserem Problem helfen kann. Das ist das Prinzip von Netzwerken, oder neudeutsch Networking. Jedes neue Mitglied unseres Netzwerks bringt seine Kontakte mit ein. So verdichtet sich das Beziehungsgeflecht und Möglichkeiten für neue Bekanntschaften tun sich auf. Das Ergebnis: Wir sehen nicht nur einen Vorteil im Job sondern auch unser Privatleben profitiert davon, interessante neue Menschen zu kennen.

Was bringt ein gutes Netzwerk?

Gute Kontakte sind im Job oft schon die halbe Miete. Informations- und Wissensaustausch erbringen wechselseitig Profite. Ein Beispiel hierzu: Wir haben eines unserer Büros zu einem kleinen „Aufnahmeraum“ umgestaltet, den wir auch anderen Mietern unseres Bürogebäudes zur Verfügung stellen. Der Gedanke dahinter? Das Equipment kann von jedem genutzt werden. Der eine braucht eine Kamera und einen Green Screen um Fotos zu schießen: wir profitieren, in dem wir von ihm lernen.

Austausch, Inspiration und neue Ideen entstehen durch neue Kontakte.

Wofür brauche ich mein Netzwerk?

Das Stichwort lautet: zielorientiertes Netzwerken. Am Anfang stehen Fragen wie: Wozu kann ein Netzwerk nützlich sein? Was möchte ich erreichen? Was oder wer könnte hilfreich sein? Daraus leitet sich ab, welche Personen am Besten in unser Netzwerk „passen“. Selbstverständlich bedeutet das nicht, sich nur mit Menschen zu umgeben, die nützlich sein könnten. Außerdem sollten wir uns vor Augen führen, ob es hilfreicher wäre, 300 Kontakte im Handy gespeichert zu haben oder eben nur 50 – dafür aber von Menschen, die uns persönlich oder beruflich „gut tun“.

Es geht letztendlich um eine Strategie – nicht um eine reine zweckhafte Benutzung von Mitmenschen. Nicht, dass Sie das Ganze falsch verstehen. Beim Netzwerken geht es um gegenseitige Unterstützung, den Austausch von Wissen und darum, dass man gemeinsam oft mehr erreichen kann. Wozu möchte ich mein Netzwerk aufbauen? Bin ich auf der Suche nach Geschäftspartnern, Lieferanten oder Kunden? Ein berufliches gleicht eben nicht dem privaten Netzwerk. Wer könnte mich voran bringen? Beispielsweise Leute, die schon erreicht haben, was ich erreichen möchte. Sie haben Insider- und Erfahrungswissen und können hilfreiche Ansprechpartner bei Problemen sein. Wir sollten uns nicht schämen Rat zu suchen – jeder hat mal klein angefangen!

 

Tipps, wo sie Netzwerken können

Es gibt etliche Möglichkeiten zu Netzwerken. Wir müssen uns nur trauen. Gründerzentren, Stammtische, Tagungen oder Firmen Events bieten beispielsweise perfekte Gelegenheiten Gleichgesinnte kennenzulernen. In einigen Städten wird vermehrt „Clustering“ betrieben. Das bedeutet, dass sich Unternehmen der gleichen Branche räumlich zusammenschließen, um das Knüpfen von Kontakten untereinander zu erleichtern. Hierzu zählt beispielsweise das Silicon Valley in Kalifornien, wo sich die Riesen der Informationstechnologie (wie Apple und Google) sammeln.

Aber bleiben wir auf dem Boden der Tatsache: in der Mittagspause einfach mal mit anderen Kollegen gemeinsam essen – ein kleiner Schritt, der vielleicht große Vorteile bringt. Freunde und Freundesfreunde: das ist das Basisprinzip des Netzwerkens.

 

Tipp: Welche Kontakte sind überhaupt schon vorhanden? Wir sollten uns vor Augen führen, wen wir kennen und vielleicht auch: zu welchen weiteren Leuten könnte diese Person Kontakte vermitteln?

Gespräche suchen, vor Ort sein: die persönlichste Form des Netzwerkens.

 

Wie kann ich Kontakte knüpfen?

Es gilt beim Networking offen zu sein, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Auch eine positive und offene Körperhaltung während einer Unterhaltung ist hilfreich. Im Gespräch geht es darum, Interesse zu zeigen, nachzufragen oder zuzuhören. Gleichzeitig aber nicht, auf Teufel komm raus, Interesse zu heucheln oder aufdringlich zu sein. Hört sich nach vielen Vorschriften an? Eigentlich nicht, versetzen wir uns doch einfach in unser Gegenüber hinein und überlegen, was angebracht und was unangenehm wäre. Das klassische „wie du mir, so ich dir“ – Jemand, dem wir gut gesinnt entgegentreten, wird uns das normalerweise auch widerspiegeln.

 

Tipp: Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, eine Telefonnummer oder eine Visitenkarte weitergeben. Nichts ist ärgerlicher, als einen interessanten Menschen kennenzulernen und am Ende den Kontakt zu verlieren.

 

Netzwerken im Internet

Generell gilt: Im Zeitalter der Digitalisierung kann und darf das Internet definitiv zum Zwecke der Kontaktknüpfung verwendet werden. Aber was gilt es zu beachten? Es ist gar nicht so einfach die Reaktion des „Gegenübers“ anhand eines getippten Textes abzulesen. Belästigung und Aufdringlichkeit können schnell zu einem Kontaktabbruch führen. Es gilt Relevanz und Ausmaß einzuschätzen. Das Ziel des Netzwerkens sollte auch hierbei berücksichtigt werden: Partner-, Kunden-, oder Lieferantennetzwerk? Eine gute Vernetzung auf Online-Plattformen – wie Xing, LinkedIn oder Facebook – kann uns helfen Augen und Ohren im Netz offen zu halten.

Networking in Social Media

Social Media Plattformen: die vielfältigen Möglichkeiten virtueller Netzwerke nutzen.

 

Tipps um Fehler beim Networking zu vermeiden

Quantität statt Qualität, aber auch nur auf den eigenen Nutzen bedacht zu sein, können beim Netzwerken zum Problem werden. Selbst die Initiative zu ergreifen und nicht nur auf Rückmeldungen Anderer zu warten bringt dagegen einen regen Austausch voran. Um eben diesen Austausch geht es. Wenn wir einen Gefallen von einem Kollegen erbitten, dann sollten wir ihm verständlicherweise auch entgegenkommen. In einer einseitigen Nutzenbeziehung fühlt sich unser Gegenüber ausgenutzt und auch für uns wäre das nicht unbedingt die beste Strategie.

Networking hat viel mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun, im privaten wie im beruflichen werden Menschen leichter Kontakte aufbauen wenn sie das Gegenüber mögen und das Gefühl haben sich aufeinander verlassen zu können. Wenn sie einfach ehrlich sind, keine Angst vor dem Kontakt haben und nicht immer nur an ihren eigenen Vorteil denken sollte ihrem Netzwerk nichts mehr im Wege stehen.

 

Wie groß ist ein ideales Netzwerk?

Aus einer Studie des Soziologen Brian Uzzi, der im Jahre 2005 im American Journal of Sociology erschien (Quelle: https://doi.org/10.1086/432782) lässt sich interpretieren dass es nicht unbedingt sinnvoll so viele Geschäftspartner wie möglich zu kennen.

In dieser Studie wurde der Zusammenhang von erfolgreichen Broadway-Musicalproduktionen mit der Anzahl der Mitwirkenden, die bereits vorher Kontakt hatten untersucht. Hier kam zum Vorschein, dass es sich bei denjenigen Produktionen bei denen sich die meisten Mitwirkenden kannten, also eigentlich ein umfassendes Netzwerk vorhanden war, weniger häufig um erfolgreiche Produktionen handelte. Uzzis Theorie war hierzu, dass wenn sich die Mitglieder zu gut kannten und dass somit der nötige neue kreative Input fehlte um das Stück erfolgreich zu machen.

Auf der anderen Seite war es laut der Studie auch nicht hilfreich, wenn sich zu wenige der Mitwirkenden vorher kannten. Dies führte anscheinend dazu, dass die Abläufe nicht genügend einstudiert waren. Somit konnten diese Produktionen nicht so reibungslos ablaufen, da die guten Kontakte zwischen unterschiedlichen Bereichen der Produktion fehlten. Es sollte also bei einem guten Netzwerk nicht auf Teufel komm raus versucht werden jeden Geschäftspartner vorher gut kennen zu lernen, da es oft auch hilfreich und produktiv ist wenn sich unterschiedliche Meinungen begegnen.

Und dann?

Ein qualitativ hochwertiges Netzwerk ist aufgebaut. Sehr schön! Nun geht es darum dieses zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Der Soziologe Pierre Bourdieu bezeichnete Beziehungen als „soziales Kapital“. Ein gut vernetztes Geflecht an Kontakten kann also durchaus als eine Art Kapital betrachtet werden. Allerdings ist dieses soziale Kapital im Ernstfall nur einsetzbar, wenn unser Netzwerk schon eine gewisse Zeit gefestigt ist.

Kontakte müssen also längerfristig bestehen, um hilfreich zu sein. Das ist ja auch ganz logisch: würden Sie jemandem vertrauliche Informationen zukommen lassen, den Sie gerade erst kennengelernt haben? Eher nicht. Und genau so ticken wir Menschen eben: Geben, Nehmen und Beziehungen zwischen Personen basieren auf Vertrauen. Dieses Vertrauen muss jedoch erst aufgebaut werden – und das kostet mitunter Zeit.
Davon ausgehend, dass ein zielorientiertes Netzwerk aus interessanten Personen besteht: Warum nicht einfach mal eine Mail schreiben, um den Kontakt zueinander nicht zu verlieren? Wir können Gedanken austauschen, unseren Rat anbieten oder selbst welchen einholen. Wichtig ist es, einander anzuerkennen: reine Geldfragen sind nicht unbedingt der allerbeste Motivator.

Netzwerk von Beziehungen

Die unerlässliche Quelle Ihres Sozialkapitals: Beziehungen.

 

Lassen Sie sich nicht abschrecken…

Hier geht es nicht um eine Wissenschaft! Mit ein paar Tipps und Tricks kann jeder zum Networking-Profi werden! Und das Wichtigste: Übung macht den Meister.
Versuchen Sie’s – unterhalten Sie sich zum Beispiel beim nächsten Firmenevent mit anderen Kollegen als gewöhnlich und schauen Sie, was sich daraus ergibt. Je öfter Sie positive Erfahrungen machen, desto leichter fällt Ihnen der Schritt (bis dahin) fremde Menschen anzusprechen. Und wir sollten nicht vergessen: Netzwerken macht Spaß!

Das Knüpfen neuer Kontakte, interessante Menschen kennenlernen, eine Erweiterung unseres Horizonts – eigentlich können wir nur vom guten alten Vitamin B profitieren. Worauf warten Sie!?

 

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